Vertiefung
Dissertation
Sportwissenschaftliche Forschung zu Bewegung, Gesundheit und psychosozialen Faktoren.
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Wissenschaftliche Fundierung bedeutet für mich mehr als aktuelles Fachwissen. Sie steht für kritisches Denken, sorgfältige Einordnung und die Bereitschaft, das eigene therapeutische Handeln kontinuierlich zu reflektieren.

Wissenschaft und therapeutische Praxis
Psychotherapie bewegt sich im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und der Einzigartigkeit jedes Menschen. Forschung kann Orientierung geben – sie ersetzt jedoch nicht die individuelle therapeutische Begegnung. Umgekehrt ersetzt klinische Erfahrung keine wissenschaftliche Evidenz.
Diese Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung, klinischer Erfahrung und individueller therapeutischer Arbeit prägt meinen beruflichen Weg.
Mein Forschungsweg
Diese Frage begleitet mich seit vielen Jahren – von der Sportwissenschaft über Gesundheit, Leib und Bewegung bis zur Psychotherapie und heutigen Patient:innenforschung.
Frühere universitäre Forschung
Bereits in früheren universitären Forschungsprojekten und meiner Diplomarbeit untersuchte ich Qualitätskriterien, Anforderungsprofile und Angebotsstrukturen gesundheitsbezogener Dienstleistungsbetriebe in Österreich. Grundlage war unter anderem eine quantitative Erhebung mit 478 Datensätzen, ergänzt um die Perspektive der Kund:innen beziehungsweise Patient:innen.
Schon damals standen Fragen im Mittelpunkt, die mich bis heute beschäftigen: Wie wirken körperliche und psychosoziale Prozesse zusammen? Welche Qualitätsanforderungen ergeben sich daraus – und wie verhalten sich professionelle Angebote zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen, die sie in Anspruch nehmen?
Laufende Patient:innenstudie
Heute liegt mein wissenschaftlicher Schwerpunkt auf der Untersuchung leibgestützter beziehungsweise kampfkunstbezogener Interventionen innerhalb eines psychotherapeutischen Settings.
Die laufende Patient:innenstudie verfügt über einen positiven Ethikkommissionsbescheid und wurde nach wissenschaftlichen Qualitätsstandards durchgeführt. Die im Rahmen des Universitätslehrgangs Psychotherapie eingereichte Masterthesis wurde mit „Sehr gut“ beurteilt. Teile der weiterführenden Auswertung und geplante Folgepublikationen sind noch nicht abgeschlossen beziehungsweise veröffentlicht.
Deshalb trenne ich auf dieser Website bewusst zwischen Patient:innenbeschreibungen und klinischen Beobachtungen einerseits und publizierter Wirksamkeitsevidenz andererseits.
Aktuelle Forschung & Patient:innenperspektiveEmbodiment & 4E-Cognition
Diese Ansätze bieten einen theoretischen Bezugsrahmen. Sie sind kein Wirksamkeitsnachweis für eine konkrete psychotherapeutische Intervention.
Implizites Wissen
Ein wesentlicher Teil menschlichen Erfahrungswissens ist implizit: Er steht nicht unmittelbar als bewusstes, sprachlich formulierbares Wissen zur Verfügung, kann sich jedoch in Wahrnehmung, Emotionen, Körperreaktionen, Bewegung und Beziehungsgestaltung zeigen.
Für die Psychotherapie ist diese Perspektive dort relevant, wo zunächst schwer Sagbares im gemeinsamen Prozess wahrnehmbar, reflektierbar und für neue Handlungsmöglichkeiten nutzbar wird.
Wie sich diese Perspektive therapeutisch übersetzen kann: Embodied Experience
Forschung im Dienst der Praxis
Jeder Mensch bringt eine eigene Lebensgeschichte, individuelle Ressourcen und unterschiedliche Bedürfnisse mit. Therapeutische Entscheidungen entstehen deshalb nicht aus wissenschaftlichen Erkenntnissen allein, sondern aus deren Verbindung mit klinischer Erfahrung und der gemeinsamen Einschätzung dessen, was im jeweiligen Prozess hilfreich ist.
Wissenschaft unterstützt mich dabei, therapeutische Entscheidungen nachvollziehbar, reflektiert und fachlich fundiert zu treffen.
Ausgewählte wissenschaftliche Grundlagen
4E-Cognition: Gallagher, S. (2023). Embodied and Enactive Approaches to Cognition. Cambridge University Press.
Integrative Therapie & 4E: Petzold, H. G., Orth, I. & Sieper, J. (2020). Zwischen Embodiment, Embeddedness und Mentalisierung – 4E-Perspektiven.
Budo & psychiatrisches Setting: Singh, J. et al. (2024). Implementation of a Budo group therapy for psychiatric in- and outpatients: a feasibility study. Frontiers in Psychiatry, 15. DOI
Taekwondo & Mindfulness: Weiss, E. et al. (2023). Mind-Body Connections: Acceptability and Feasibility of Taekwondo and Mindfulness for Adults on an Inpatient Psychiatric Unit.
Kampfkunstbezogene Bewegung: Salchow, J. L. et al. (2021). A Randomized Controlled Pilot Trial About the Influence of Kyusho Jitsu Exercise on Self-efficacy, Fear, Depression, and Distress of Breast Cancer Patients within Follow-up Care. DOI
Budōbasiertes Achtsamkeitstraining: Ludwig, H. & Zerr, M. (2025). Verbesserung der Selbstkontrolle mit Hilfe eines budōbasierten Achtsamkeitstrainings.
Körperpsychotherapie: Rosendahl, S., Sattel, H. & Lahmann, C. (2021). Effectiveness of Body Psychotherapy: A Systematic Review and Meta-Analysis. Frontiers in Psychiatry, 12, 709798. PubMed
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Sportwissenschaftliche Forschung zu Bewegung, Gesundheit und psychosozialen Faktoren.
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Einblicke in die laufende ethisch geprüfte Forschung und ihre vorsichtige wissenschaftliche Einordnung.
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Wie Wahrnehmen, Erleben und Integrieren im individuellen Prozess konkret werden können.
Embodied Experience ansehenIm Erstgespräch geht es nicht um Modelle, sondern um Ihre konkrete Situation und die Frage, ob meine Arbeitsweise dazu passt.