Wissenschaft

Aktuelle Forschung & Patient:innenperspektive.

Wie lassen sich leibgestützte und kampfkunstbezogene Erfahrungen innerhalb eines psychotherapeutischen Settings wissenschaftlich untersuchen – und wie beschreiben Patient:innen selbst ihren Prozess?

Laufende Patient:innenstudie

Forschung dort, wo therapeutische Erfahrung entsteht.

Meine aktuelle Forschung beschäftigt sich mit leibgestützten beziehungsweise kampfkunstbezogenen Interventionen innerhalb eines psychotherapeutischen Rahmens. Die Patient:innenstudie verfügt über einen positiven Ethikkommissionsbescheid und wurde nach wissenschaftlichen Qualitätsstandards durchgeführt.

Die im Rahmen des Universitätslehrgangs Psychotherapie eingereichte Masterthesis wurde mit „Sehr gut“ beurteilt. Aufgrund des Forschungsgegenstands ist die wissenschaftliche Arbeit derzeit nicht öffentlich zugänglich; weiterführende Auswertungen und Folgepublikationen sind geplant.

Aus diesem Grund werden auf dieser Website keine vorläufigen Beobachtungen als Wirksamkeitsnachweis dargestellt.

Was Patient:innen beschreiben

Von Anstrengung und Grübeln zu Klarheit, Stimmigkeit und leichterer Umsetzung.

Leichtigkeit

Ein wiederkehrendes Motiv in Rückmeldungen ist, dass sich eine neue Handlung nach intensiver Auseinandersetzung weniger wie ein Willensakt und mehr wie eine verfügbare Möglichkeit anfühlt.

Grenze & Kraft

Patient:innen beschreiben Erfahrungen von sicherem Stand, Aufrichtung, Kraft und klarer Grenze – nicht nur als Bewegung, sondern auch in Sprache, Haltung und Beziehung.

Klarheit

Manche berichten, dass Entscheidungen oder innere Positionen deutlicher werden, wenn sie nicht nur analysiert, sondern körperlich-emotional erfahren und anschließend reflektiert werden.

Beziehung

Die Arbeit findet nicht isoliert statt. Vertrauen, Respekt, therapeutische Beziehung und die gemeinsame Reflexion des Erlebten sind zentrale Bestandteile des Prozesses.

Wiederholung

Bewegungsabläufe können so lange geübt werden, bis Aufmerksamkeit weniger an der Technik gebunden ist und mehr Raum für die Wahrnehmung des eigenen Erlebens entsteht.

Integration

Patient:innen verwenden dafür mitunter bildhafte Formulierungen wie „einverleibt“ oder „im Körper gespeichert“. Wissenschaftlich vorsichtiger lässt sich sagen: Neue Erfahrungen werden wiederholt und reflektiert und können dadurch leichter als zusätzliche Handlungsmöglichkeit verfügbar werden.

Wichtige Einordnung

Patient:innenberichte sind wertvoll – aber keine Wirksamkeitsstudie für sich.

Subjektive Berichte helfen zu verstehen, wie Menschen einen therapeutischen Prozess erleben. Sie liefern wichtige Hinweise und Forschungsfragen, ersetzen aber keine kontrollierte Wirksamkeitsprüfung.

Aussagen wie „alte Muster wurden überschrieben“ oder „mein Körper wusste es plötzlich“ verstehe ich daher zunächst als bildhafte Beschreibungen persönlicher Erfahrung, nicht als neurobiologische Nachweise.

Theoretische Einordnung

Embodiment und verkörperte Kognition als Bezugsrahmen.

Darüber hinaus beschäftige ich mich mit aktuellen Entwicklungen der Embodiment-Forschung und der verkörperten Kognition. Diese Ansätze beschreiben das wechselseitige Zusammenspiel von Körper, Emotionen, Denken, Handlung und Umwelt.

Sie ergänzen ein integratives Verständnis psychotherapeutischer Veränderungsprozesse. Die theoretische Anschlussfähigkeit ist jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Nachweis eines spezifischen Wirkmechanismus der hier untersuchten Interventionen.

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Mein Forschungsinteresse

Wie wird aus Einsicht eine neue Handlungsmöglichkeit?

Mich interessiert besonders der Übergang von explizitem Verstehen zu einer Erfahrung, die in belastenden Situationen tatsächlich zugänglich bleibt. Dabei können Beziehung, Wahrnehmung, körperliches Erleben, Handlung, Wiederholung und Reflexion zusammenwirken.

Diese Verbindung zwischen klinischer Praxis und wissenschaftlicher Untersuchung soll in zukünftiger Forschung weiter differenziert werden.

Wissenschaft schafft Orientierung. Therapie bleibt individuell.

Im Erstgespräch geht es um Ihre konkrete Situation und die Frage, ob meine Arbeitsweise dazu passt.

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